Programm

2017/2018

  • Mittwoch 21 Nov. 2017, 09:30 Uhr - 12:30 Uhr

    09:30 Uhr Falk Ebert

    Mit Glücksspiel zum Erfolg

    Glücksspiel kann süchtig machen – und arm. Mit Glücksspielen kann man aber auch auf einfache Art und Weise komplizierte Phänomene abbilden. Das Ganze nennt sich Monte-Carlo-Simulation und ist ein gängiges Verfahren in vielen Wissenschaftszweigen.

    Im Vortrag werden einige Beispiele vorgestellt, bei denen große Mengen Würfel genutzt werden, um verschiedene Prozesse aus Informatik, Biologie und Physik abzubilden. Die Beispiele wurden mit Schülern getestet und sind geeignet, in der Schule wiederholt zu werden. Und dann soll nochmal jemand behaupten, dass Spielen nur Zeitvertreib wäre.

    10:30 Uhr Tim Conrad

    Digitale Biologie

    Digitalisierung wird weithin als der Prozess verstanden, ein analoges Objekt in eine digitale Darstellung dieses Objekts umzuwandeln. Diese digitale Darstellung liegt in der Praxis in maschinenlesbarer Form vor. Heutzutage ist nahezu jeder Bereich unseres Lebens digitalisiert – seien es unsere (analogen) Fotos, unsere Dokumente, unsere Musik, unsere (elektronische) Post oder unsere Kunst.

    In der Biologie hilft uns die Digitalisierung z.B. Bilder von unserem Körper, einzelnen Zellen oder unserer DNA zu erzeugen, die dann mithilfe von Computern analysiert werden können. Durch die Analyse unseres digitalen Ichs wollen wir somit auch unser reales Ich besser verstehen lernen.

    In diesem Vortrag werde ich eine Einführung in die gegenwertigen Entwicklungen der Digitalen Biologie geben, dabei die Rolle von Netzwerken als Modellierungs- und Analysewerkzeuge verdeutlichen und einige Resultate aus der aktuellen Forschung präsentieren.

    11:30 Uhr John Sullivan

    Seifenblasen und Polyeder

    Vor etwa 150 Jahren untersuchte der belgische Physiker Plateau die geometrische Struktur von Seifenschäumen: Wenn sich Seifenblasen treffen, stoßen immer genau vier auf tetraedrische Weise zusammen!

    Diese von Plateau beobachteten Regeln, den Physikern wohlvertraut, wurden erst hundert Jahre später mathematisch bewiesen. Der Beweis basierte darauf, sieben andere Möglichkeiten auszuschließen. Tauchen wir beispielsweise ein Drahtmodell eines Würfels in Seifenlauge, so hat die resultierende Seifenhaut vier Plateau-Ecken anstelle einer von neuem Typ.

    Wir zeigen, dass diese acht Kandidaten in Beziehung zu den acht Polyedern stehen, deren Seiten gleichseitige Dreiecke sind. (Zu diesen acht gehören drei der Platonischen Körper und fünf weitere, weniger bekannte.)